Die kalte Jahreszeit stellt besondere Anforderungen an unseren Organismus. Während der Wintermonate treten verschiedene Faktoren zusammen auf, die unseren Immunstatus beeinflussen: reduzierte Sonneneinstrahlung, trockenere Luft, vermehrter Aufenthalt in geschlossenen Räumen und möglicherweise veränderte Ernährungsgewohnheiten.
Eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen spielt eine zentrale Rolle für die normale Funktion unseres Immunsystems. Vitamine wie Vitamin C, D, A und E sowie Mineralstoffe wie Zink, Selen und Kupfer unterstützen grundlegende biologische Prozesse, die für die Immunsystem-Aktivität erforderlich sind.
Diese Website präsentiert wissenschaftliche und allgemeine Informationen über wichtige Mikronährstoffe, ihre biochemischen Funktionen im Immunsystem und natürliche Lebensmittelquellen, die diese Nährstoffe enthalten. Alle Angaben basieren auf dem Wissensstand der modernen Ernährungswissenschaft und beziehen sich auf die europäischen Referenzwerte für Erwachsene (D-A-CH).
Ziel dieser Information ist es, Ihr Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Immunfunktion zu vertiefen – nicht, um Ratschläge zu erteilen oder Handlungen zu beeinflussen.
Das Immunsystem ist ein komplexes Netzwerk biologischer Prozesse, die auf molekularer Ebene ablaufen. Bestimmte Mikronährstoffe spielen unverzichtbare Rollen bei diesen Prozessen.
Die Schleimhäute (Atemwege, Verdauungstrakt) sind die erste physikalische Verteidigungslinie. Vitamin A und Zink unterstützen die Integrität dieser Barrieren, indem sie den Aufbau und die Reparatur von Epithelzellen fördern.
Die Bildung und Aktivierung von Immunzellen erfordert ausreichende Mengen an Vitamin D, Zink und Selen. Diese Nährstoffe regulieren Genexpression und Signalwege, die für die Immunzellentwicklung notwendig sind.
Zytokine sind Signalmoleküle des Immunsystems. Vitamin D und Polyphenole aus pflanzlichen Stoffen beeinflussen die Zytokin-Produktion und fördern eine ausbalancierte Immunantwort.
Immunzellen produzieren reaktive Sauerstoffverbindungen. Vitamine C und E sowie Kupfer und Selen fungieren als Antioxidantien, die diese Verbindungen neutralisieren und Immunzellen vor Schäden schützen.
| Nährstoff | Biochemische Funktion | D-A-CH Referenzwert (Erwachsene/Tag) |
|---|---|---|
| Vitamin C | Antioxidativer Schutz, Kollagensynthese, Eisenabsorption | 95 mg (Frauen), 110 mg (Männer) |
| Vitamin D | Regulation von Immunzellentwicklung und Zytokin-Aktivität | 20 µg (ab 65 Jahren) / individuelle Berechnung |
| Vitamin A | Schleimhautintegration, Immunzellaktivierung | 800 µg (Frauen), 1000 µg (Männer) |
| Vitamin E | Antioxidativer Schutz von Immunzellen | 12 mg (Frauen), 15 mg (Männer) |
| Zink | Immunzellproliferation, Schleimhautintegrität, Antikörperbildung | 7 mg (Frauen), 11 mg (Männer) |
| Selen | Selenoproteine (antioxidativer Schutz), Immunregulation | 60 µg (Frauen), 70 µg (Männer) |
| Kupfer | Redoxreaktionen, Myelin-Synthese, antioxidative Enzyme | 1,0–1,5 mg |
Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE)
Die meisten Mikronährstoffe können durch eine abwechslungsreiche Ernährung aus natürlichen Lebensmitteln aufgenommen werden. Hier ist eine detaillierte Übersicht:
Orange: 50 mg/100g | Zitrone: 53 mg/100g | Grapefruit: 34 mg/100g. Besonders wertvoll sind der Saft und der Verzehr frisch geschälter Früchte.
Rote Paprika: 139 mg/100g | Brokkoli: 89 mg/100g. Beide sollten möglichst frisch und schonend zubereitet werden.
Vitamin D wird primär durch Sonnenlichteinstrahlung auf der Haut synthetisiert. In der kalten Jahreszeit mit weniger Sonnenlicht ist eine ausreichende Aufnahme durch Lebensmittel wichtig:
Fettfische: Lachs: 16–25 µg/100g | Hering: 27 µg/100g | Forelle: 16 µg/100g | Pilze (besonders Champignons bei Sonnenlicht getrocknet): bis 1,9 µg/100g
Retinol (tierisch): Leber: 7200 µg/100g | Butter: 700 µg/100g | Eigelb: 140 µg/100g
Beta-Carotin (pflanzlich): Süßkartoffel: 10500 µg/100g | Karottensaft: 2000 µg/100ml | Spinat: 5626 µg/100g
Mandelöl: 39,2 mg/100g | Haselnussöl: 16 mg/100g | Sonnenblumenöl: 41,1 mg/100g | Nüsse (besonders Mandeln und Haselnüsse)
Austern: 7–16 mg/100g | Rindfleisch: 4–6 mg/100g | Kichererbsen: 2,9 mg/100g | Kürbiskerne: 8,5 mg/100g | Käse: variabel 2–4 mg/100g
Paranüsse: 1917 µg/100g (extrem hochdosiert) | Fisch: 36–150 µg/100g | Eier: 30 µg/100g | Pilze: 5–10 µg/100g
Kakaopulver: 12 mg/100g | Nüsse: 1–2 mg/100g | Innereien: 3–12 mg/100g | Getreide: 0,4–0,8 mg/100g
Neben der direkten Nährstoffaufnahme gibt es mehrere saisonale Faktoren, die den Mikronährstoffstatus beeinflussen:
Der Winter bringt weniger Sonnenlicht mit sich. Dies führt zu reduzierten Vitamin-D-Synthesieraten in der Haut. Die Körperreserven von Vitamin D, die in den Sommermonaten aufgebaut wurden, werden aufgebraucht. Dies ist einer der Gründe, warum eine bewusste Vitamin-D-Zufuhr durch Lebensmittel im Winter relevant wird.
Beheizte Innenräume führen zu sehr trockener Luft. Dies kann die Schleimhautgesundheit beeinträchtigen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine gute Vitamin-A- und Zink-Versorgung unterstützen die Schleimhautbarriere.
Weniger Zeit im Freien bedeutet weniger Sonnenlicht, mehr Kontakt mit zirkulierender Luft in Innenräumen und potenziell weniger körperliche Aktivität.
Im Winter greifen viele Menschen zu wärmeren, oft verarbeiteten Lebensmitteln statt zu frischem Obst und Gemüse. Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut können jedoch auch im Winter eine hervorragende Quelle für Nährstoffe und Ballaststoffe sein.
Fazit: Eine ausgewogene Ernährung mit abwechslungsreichen natürlichen Lebensmitteln deckt normalerweise den Bedarf an Mikronährstoffen. Bei diagnostizierten Mängeln oder spezifischen Situationen kann eine individuelle Beratung durch einen Arzt oder qualifizierten Ernährungsberater sinnvoll sein.
Im Winter ist die Sonneneinstrahlung in Europa viel niedriger, besonders in nördlicheren Regionen. Die Haut kann weniger Vitamin D synthetisieren. Da Vitamin D in den Sommermonaten in der Haut und in Körperfetten gespeichert wird, werden diese Reserven im Winter aufgebraucht. Durch eine bewusste Aufnahme von Vitamin D aus Lebensmitteln (fetthaltige Fische, Pilze, Eigelb) oder bei Bedarf gegebenenfalls durch supplementäre Maßnahmen kann dieser saisonale Mangel ausgeglichen werden.
Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe aus Beeren, Äpfeln, Granatapfel und anderen Pflanzen. Beta-Glucane kommen in Pilzen, Hefe und Getreide vor. Beide Stoff-Gruppen beeinflussen Immunsignalwege und wirken antioxidativ. Sie sind kein klassischer Nährstoff im Sinne von Mangel/Überfluss, aber sie unterstützen normale biologische Immunfunktionen.
Bei einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung lässt sich der Bedarf an den meisten Mikronährstoffen durch natürliche Lebensmittel decken. Ausnahme: Vitamin D im Winter kann bei mangelnder Sonnenlicht-Exposition und wenig Fischkonsum kritisch werden. Bei diagnostiziertem Mangel sollte immer ein Arzt oder Ernährungsberater konsultiert werden.
Supplemente sind nicht automatisch notwendig. Sie sind sinnvoll bei diagnostiziertem Mangel, bei besonderen Lebenssituationen (z. B. Veganismus, bestimmte Erkrankungen) oder bei ärztlicher Empfehlung. Die Entscheidung sollte in Rücksprache mit qualifizierten Fachpersonen getroffen werden, nicht auf Basis von Marketing-Aussagen.
Die D-A-CH-Referenzwerte liegen bei 95 mg für Frauen und 110 mg für Männer pro Tag. Dies ist leicht erreichbar durch zwei Orangen, eine Handvoll Kiwis oder eine Schale rote Paprika. Die Aufnahme von Vitamin C aus Lebensmitteln ist normalerweise sicher, da Überschüsse über den Urin ausgeschieden werden.
Zink ist an über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt und spielt zentrale Rollen in der Immunzellproliferation, in der Schleimhautintegration und in der Antikörperbildung. Ein Zink-Mangel beeinträchtigt nachweislich Immunfunktionen. Zink ist aber in vielen Lebensmitteln enthalten und ein Mangel ist in Europa bei ausgewogener Ernährung selten.
Pilze enthalten Vitamin D (besonders wenn sie Sonnenlicht ausgesetzt waren), Selen und Beta-Glucane. Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut liefern Vitamin C, Vitamin K, Ballaststoffe und möglicherweise probiotische Mikroorganismen. Beide sind wertvoll in einer ausgewogenen Ernährung, besonders im Winter, wenn frisches Gemüse weniger verfügbar ist.
Das ist eine häufig verwendete Formulierung, aber biologisch ist sie imprecise. Eine ausreichende Mikronährstoffversorgung unterstützt die normale Funktion des Immunsystems. Das Immunsystem ist ein komplexes System, das durch viele Faktoren beeinflusst wird: Schlaf, Stress, körperliche Aktivität, Ernährung, genetische Veranlagung und Infektionsgeschichte. Ernährung ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor.
Eine gezielte Anpassung kann sinnvoll sein. Im Winter: mehr Fokus auf Fettfische, Pilze, Zitrusfrüchte, Sauerkraut, Nüsse und Samen. Im Sommer: ausreichend Sonnenlicht nutzen und eine breite Palette an frischem Obst und Gemüse verzehren. Insgesamt sollte eine ganzjährig abwechslungsreiche Ernährung das Ziel sein.
Die Inhalte dieser Website dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Ernährungsberatung oder medizinische Empfehlung dar. Es werden keine individuellen Vorschläge gemacht. Der Bedarf an Mikronährstoffen ist sehr individuell und wird durch Lebensstil, Alter, Ernährungsgewohnheiten und Gesundheitszustand beeinflusst. Bei Fragen zur eigenen Gesundheit oder anhaltenden Beschwerden sollte immer ein Arzt oder qualifizierter Ernährungsberater konsultiert werden.
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Diese visuelle Sammlung zeigt die wichtigsten wintersaisonalen Lebensmittel und ihre Nährstoff-Profile in einer organisierten Übersicht.
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